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Mit wenig Aufwand lässt sich ein 3D-Drucker zu einem Schneideplotter für Vinyl, Papier, Karton, usw. upgraden. Wieso upgraden? Nach dem Umbau kann man immer noch 3D-drucken und braucht lediglich die Unterlage zu wechseln! Das habe ich in diesem Beitrag hier gezeigt. Seit dem Umbau ergeben sich viele neue Möglichkeiten, kreativ zu sein.

Am coolsten finde ich das Feature, sich seine eigenen Aufkleber recht professionell und in Windeseile mit dem DIY-Schneideplotter erstellen zu können. Das Verfahren ist super simpel – also auf an den Schneideplotter! (Eine Teileliste findest du am Ende des Beitrages!)

Motiv zu G-Code Umwandeln

Als erstes habe ich das Logo vom Blog genommen und in die kostenlose Software Inkscape eingefügt. Inkscape ermöglicht, in Kombination mit dem inkscape2gcode Plugin, einer von mir leicht angepassten Variante des JTP-Laser-Tools, den G-Code für das ausplotten unseres Aufklebers zu erzeugen. Dazu ist es sinnvoll, die Seitengröße auf die Größe des Druckbetts zu stellen (bei mir 200x200mm), um eine möglichst genaue Vorschau zu erhalten. Wer mag, kann hier auch noch ein Raster einstellen – damit lassen sich die Objekte noch besser für den Schneideplotter platzieren.

Anschließend kann das Plugin geöffnet und eingestellt werden:

Inkscape2gcode wandelt Designs in Anweisungen für den 3D-Drucker um.

Danach konnte ich die fertige Datei auf meine SD-Karte ziehen und an den Drucker verfüttern.

Die Materialien vorbereiten

Die Fertigen Aufkleber haben am Ende Ähnlichkeit zu einem Sandwich: Sie bestehen aus 3 Schichten Material.

  1. Das Trägermaterial: Das Trägermaterial ist das Material auf dem die Vinylfolie schon von Haus aus drauf klebt.
  2. Die Vinylfolie: Die Vinylfolie ist unser eigentlicher Aufkleber: Nicht benötigte Teile werden weggeschnitten, ohne das Trägermaterial zu beschädigen und anschließend entfernt.
  3. Die Transferfolie: Die Transferfolie erleichtert einem das Aufbringen des Aufklebers auf meiner Oberfläche. Da beim Wegschneiden von Material die unterschiedlichen Formen nicht mehr miteinander verbunden sind, hält die Transferfolie die Formen zusammen und wird am Ende, wenn der Aufkleber klebt, wieder abgezogen.

Ich bin dem überaus komplexen Farbschema meines Logos treu geblieben und habe mich für schwarze Vinylfolie entschieden.

Vinylfolie für den Schneideplotter
Vinylfolie (links) gibt es in vielen verschiedenen Farben und Ausführungen. Egal ob Matt, Glanz oder Glitzer, jeder findet eine Folie die ihm gefällt. (Es gibt sogar Folie um T-Shirts zu bedrucken, aber das nur am Rande.)

Als nächstes muss die Folie zugeschnitten werden. Das geht am einfachsten mit einer Papierschneidemaschine und garantiert gerade Linien. Gerade bei den großen Rollen ist das praktisch, da man nie ausversehen eine Stufe in das Material reinschneidet.

Der Zuschnitt mit einem Papierschneider geht rasend schnell, spart Zeit und gibt den Aufklebern einen professionellen Touch.
Jetzt einfach nurnoch drauf los plotten – Material auf dem Schneideplotter befestigen

Jetzt ist es fast soweit: auf den Drucker kann die Schneidematte gelegt, und ein Plottermesser eingespannt werden. Beim Messer hab ich mich für eine 30°-Klinge entschieden, da die sehr gleichmäßig schneidet und das Material nicht einreißt. Ganz wichtig ist es, wenn man einen BL-Touch benutzt, den Drucker jetzt schon zu homen. Das Vinyl liegt nie komplett glatt auf dem Bett und könnte unter Umständen den Ursprung der Z-Achse verschieben. Außerdem ist es wichtig, dass euer Druckbett gut gelevelt ist. Ansonsten schneidet ihr zu tief oder zu hoch. Mein Tipp: Den Offset am Messerhalter einstellen.

Die fertig zugeschnittene Folie kann dann auf die Schneidematte vom Plotter/3D-Drucker gelegt werden. Sollte die Folie zu klein sein, um sie mit Klemmen auf dem Druckbett zu befestigen, reichen ein paar Streifen Malerkrepp zum Fixieren. Jetzt einfach nurnoch den G-Code von der SD-Karte auswählen und den sehr entspannenden Schneidevorgang vom Plotter genießen!

Aufräumen: Das Entgittern

Nein, hier plant keiner einen Gefängnisausbruch. Das Entgittern ist nur ein weiterer Arbeitsschritt: Die Teile des Aufklebers, die nicht dazugehören, müssen entfernt werden. Bei meinem Logo ist das zum Beispiel der innere Kreis und der Rest vom Quadrat. Am besten geht die ganze Aktion mit einem Bastelskalpell. Einfach im 45° Winkel an der Schnittkante ansetzen, die Fläche hochheben und vorsichtig abziehen. Das braucht zwar am Anfang ein bisschen Übung, geht aber mit der Zeit ganz schnell.

Nach dem Plotter wird entgittert
Schade: Das entgitterte Material ist nutzlos und kann entsorgt werden
Sandwich zuende belegen – Transferfolie auftragen

Die Transferfolie hilft beim Anbringen des Designs und ist sehr wichtig. Am einfachsten ist es, ein etwas größeres Stück von der Rolle abzuschneiden und auf den Aufkleber drauf zu kleben. Anschließend kann man die überstehenden Reste einfach wegschneiden.

Die Transferfolie wird einfach auf den Aufkleber draufgelegt. Die Luftpolster um das Vinyl herum sind normal: Die Folie ist leicht genoppt für ein einfacheres Ablösen.
Und fertig!

Der Aufkleber ist fertig und kann überall hingeklebt werden! Mit ein bisschen Routine lassen sich im Handumdrehen ganze 10er-Packs gleichzeitig Plotten und der Weg vom Design zum Produkt ist genial für alle, die etwas Neues lernen möchten. Für einen 3D-Drucker wirklich sehenswert!

Der neue Aufkleber hat sofort Platz auf meinem Longboard gefunden 🙂

Hier ist die Materialliste:

Was?Wo?
Vinylfoliehttps://amzn.to/3v0i4xz *
Transferfoliehttps://amzn.to/2MTZAhh *
Papierschneidemaschinehttps://amzn.to/3ccWspr *
Bastelskalpellhttps://amzn.to/3ccWAVX *
Plotterklingenhttps://amzn.to/38hjmL1 *

Hier geht’s zum Beitrag für den Bau des Plotters

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1 Kommentar

  1. Der neue Beitrag gefällt mir mal wieder sehr gut.
    Habe wieder was gelernt. DANKE

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